Verzeiht mir, irgendetwas wird immer bleiben…

In dieser kurzen Betrachtung über Vergebung wollte ich einfach noch einmal die Unzulänglichkeit eines einfachen „Es tut mir leid“ beleuchten. Vergeben ist manchmal ungemein schwer. Ich gestehe, dass ich tief in meinem Herzen noch immer Groll hege. Ich bekenne es immer wieder und bitte um ein wenig Gnade, die Härte meines Herzens zu erweichen, aber nein, nichts hilft wirklich. Stattdessen habe ich gelernt, mit dieser Härte zu leben, die ich dennoch im Zaum halten konnte, die ich aber nicht aufrichtig und von ganzem Herzen vergeben habe. Warum? Warum kann ich diese Herzenshärte nicht vollständig überwinden? Sie scheint stärker zu sein als ich, und das beunruhigt mich; ich kann es nicht leugnen.

Nach langem Nachdenken wurde mir klar, dass verbale Vergebung ein leeres Versprechen ist. Ich konnte zwar jemandem mehrmals sagen, dass ich ihm vergeben hatte, ich konnte so aufrichtig wie möglich für ihn beten, doch tief in mir blieb die Bitterkeit. Und ich erkannte, dass diese Bitterkeit da war und ich sie nicht loswerden konnte, denn der einzige Weg, sie zu überwinden, war, gemeinsam etwas zu unternehmen, ein gemeinsames Projekt zu verfolgen, und sei es noch so klein. Oft trug ich Bitterkeit gegenüber Menschen mit, die ich nicht mehr sah, von denen ich mich entfremdet hatte oder die sich von mir entfernt hatten… Und ich verstand, dass diese Bitterkeit, die ich nicht loswerden konnte, genau daher rührte. Da ich keinen Kontakt zu ihnen hatte, konnte ich kein gemeinsames Projekt mit ihnen verfolgen, wir konnten kein gemeinsames Ziel mehr haben. Vergebung blieb ein leeres Versprechen.

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