Hannah Arendt über das menschliche Leben

Moderne Theorien, deren eigentlicher Zweck darin besteht, die menschliche Natur zu verschleiern und den Menschen so ein übertriebenes Selbstvertrauen einzuflößen, verewigen diese ständige Verschleierung. Diese ständige Verschleierung knüpft an Simone de Beauvoirs Gedanken über das menschliche Leben an. Ständige Verschleierung, Entwurzelung, Infantilisierung… Man muss den Menschen ihre Stärke einreden, um sie zu schwächen, sie dazu zu bringen, ihren Begierden nachzugeben, um sie zu versklaven. Man entwurzelt sie, damit sie glauben, alleinige Herren ihres Schicksals zu sein. Eitelkeit und Stolz erledigen den Rest.

„Nur insofern er denkt (…), insofern er ein ‚Er‘ und ein ‚Jemand‘ ist, kann der Mensch in der vollen Wirklichkeit seines konkreten Seins in diesem Zeitbruch zwischen Vergangenheit und Zukunft leben.“*

* Hannah Arendt, Die Krise der Kultur.


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