Eine großartige Sequenz in der Fronleichnamsmesse, verfasst vom heiligen Thomas von Aquin, preist in dieser dogmatischen Dichtung das neue und wahre Zion, die Kirche. Benedikt XVI. sagte über diese Messe: „Dies sind Texte, die das Herz tief bewegen, denn der Verstand dringt staunend in das Geheimnis ein und erkennt in der Eucharistie die lebendige und wahre Gegenwart Jesu, seines Liebesopfers, das uns mit dem Vater versöhnt und uns das Heil schenkt.“

Lobet Zion, euren Retter, lobet euren Führer und Hirten mit Lobgesängen und Liedern!
Singt ihm so viel ihr könnt, denn er übertrifft alles Lob, und ihr seid nicht ausreichend, ihn zu preisen.
Ein besonderes Thema des Lobes ist uns heute dargebracht: das lebendige und lebenspendende Brot.
Das Brot, das Jesus beim Letzten Abendmahl den zwölf Brüdern reichte.
Lasst das Lob voll und laut erklingen, lasst es freudig und schön sein, Jubel der Seele.
Denn heute ist die Feierlichkeit, die an die Einsetzung dieses Letzten Abendmahls erinnert.
An diesem Tisch des neuen Königs, dem neuen Passah des neuen Bundes, endet das alte Passah.
Der alte Ritus wird vom neuen verdrängt, der Schatten von der Wahrheit; das Licht vertreibt die Nacht.
Was Christus beim Letzten Abendmahl tat, gebot er zu seinem Gedächtnis.
Von seinen heiligen Geboten geleitet, weihen wir Brot und Wein in der Hostie des Heils.
Es ist ein christliches Dogma, dass das Brot Fleisch und der Wein Sinn wird.
Was man weder versteht noch sieht, bezeugt der lebendige Glaube entgegen dem Lauf der Dinge.
Hinter vielfältigen Erscheinungen, bloßen Zeichen und nicht Wirklichkeiten, verbergen sich erhabene Wirklichkeiten.
Das Fleisch ist Speise, das Blut Trank; doch Christus bleibt in beiden Formen unversehrt.
Wer ihn empfängt, der empfängt ihn nicht zerbrochen, zersplittert oder geteilt, sondern ganz und gar.
Einer empfängt ihn, tausend empfangen ihn: jeder gleich viel; als Speise genommen, wird er nicht zerstört.
Die Guten empfangen ihn, die Bösen empfangen ihn, doch mit unterschiedlichem Schicksal: Leben oder Tod!
Tod für die Bösen, Leben für die Guten: Seht, wie unterschiedlich das Ergebnis ein und derselben Handlung ist.
Wenn das Sakrament schließlich zerbrochen wird, so seid nicht beunruhigt, sondern bedenkt, dass unter jedem Teilchen ebenso viel liegt wie das Ganze.
Es findet keine Spaltung der Wirklichkeit statt: Der Bruch liegt allein im Zeichen und mindert weder den Zustand noch die Größe der bezeichneten Wirklichkeit.
Seht, das Brot der Engel wird zur Speise der Reisenden: Es ist wahrlich das Brot der Kinder, das nicht dem Hund vorgeworfen werden darf.
Es wird vorher durch Bilder angedeutet: die Opferung Isaaks, das Lamm, das für das Passahfest auserwählt wurde, das Manna, das unseren Vorfahren gegeben wurde.
Guter Hirte, wahres Brot, Jesus, erbarme dich unser: Nähre uns, beschütze uns, lass uns das wahre Gute im Land der Lebenden erkennen.
Du, der du alles weißt und vermagst, der du uns Sterbliche hier unten nährst: Mach uns zu deinen Gästen dort oben, zu Miterben und Gefährten der heiligen Bürger des Himmels.
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